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:: Geschichte & Kultur ::
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Welschnofen - Karersee stellt sich vor
Im Laufe der Jahrhunderte errichteten Hirten aus dem benachbarten Fassatal auf
ihren Sommerweiden ganzjährig bewirtschaftete Hofstätten und rodeten den
Wald immer weiter talwärts.
Erstmals wurde Welschnofen dann im Jahre 1142 als "noue" urkundlich erwähnt.
"Noue stammt aus dem romanischen und heißt soviel wie Neubruch oder Rodung.
Die neue Steintafel aus Prophyr und Kalkgestein am Ortseingang erinnert an die Wurzeln
von Welschnofen. Das kleine Wappen ist jenes vom Kloster Neustift, das jahrhunderte
lang Grundherr in Welschnofen war.
Da die ansässigen Einwohner rätoromanisch sprachen und die neu ankommenden
bajuwarischen Siedler deren Sprache nicht verstanden, entstand daraus die
Ortsbezeichnung Welisch - Nove. Welisch bedeutete die unverständliche Sprache.
- 1142 wird Welschnofen erstmals erwähnt
- 1300 ca. entsteht die erste Kirche in Welschnofen
- 1604 Gründung der ersten eigenen Pfarrei
- 1860 Bau der Straße durch das Eggental
- 1870 Welschnofen wird durch die Lostrennung
von der Großgemeinde Karneid eine selbständige Gemeinde
- 1889 Gründung des Verschönerungsvereins
- 1896 Eröffnung des Hotels Karersee
- 1896 Fertigstellung der Straße über den Karerpass
Größe des Gemeindegebietes: 50,84 km²;
es liegt auf einer Meereshöhe zwischen 850 m (Birchabruck) und 2.842 m (Rosengarten).
Einwohnerzahl: 1.865
Seit 2006 gehört Welschnofen-Karersee der Organisation „Perle der Alpen an“
und setzt sich aktiv für sanfte Mobilität und Umweltschutz ein.
Infos |
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Pfarrkirche von Welschnofen
» Pfarrgemeinde Welschnofen
Im 11. Jh. soll die erste christliche Kirche in Welschnofen erbaut worden
sein. Die Sage berichtet, die ersten Welschnofner hätten "Im Loch" und auf
dem "Zischgl" gesiedelt, und dort oben hätten sie eine Kirche bauen
wollen. Schließlich zogen sie es vor, einen alten Heidentempel, der an
der Stelle der heutigen Kirche stand, zur Kirche umzuwandeln. Erst im Jahre
1298 tritt die Kirche ins Licht der Geschichte, und im Jahr 1365 wird eine
"Kapelle zum hl. Ingenuin" genannt, der nun als Patron dieser Kirche
aufscheint. Umbauarbeiten an der Kirche sind in der ersten Hälfte des
18. Jh.s nachweisbar. In der Zeit zwischen 1827 und 1828 wird eine neue Kirche
gebaut, die dann 1965 bis auf den Turm vollständig abgebrochen und durch
einen Neubau ersetzt wurde. Die heutige Pfarrkirche wurde nach einer Bauzeit
von zwei Jahren im Mai 1967 eingeweiht. Sie ist eine moderne Kirche mit einem
niedrigen Seitenschiff unter einem spitzgiebeligen Dach.
Der 37 m hohe Pfarrturm ist das älteste bauliche Zeugnis im Ort. Der
Unterbau stammt aus dem 13. Jh und 1741 wurde er von der Glockenstube
aufwärts erneuert. Sein Oktogon mit Zwiebelhaube erhielt der Turm im
Jahre 1741. |
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Kapelle St. Sebastian
Die Kapelle ist den Heiligen Rochus und Sebastian geweiht und verdankt ihre
Entstehung einem Gelöbnis, das die Welschnofner in der Pestzeit um
1635/36 machten. Die Kirche wurde jedoch erst in den Jahren 1662 bis 1666
erbaut und erst im Jahre 1697 eingeweiht. Die große Zeitspanne zwischen
dem Gelöbnis und der Fertigstellung der Kirche ist dadurch bedingt
gewesen, dass man sich über den Standort nicht einigen konnte. Die
Kapelle ist ein Bau mit Rundapsis, Tonnengewölbe und Flachbogenfenstern. Im
Inneren sind die Altäre und Kanzel, Skulpturen und Gemälde barocke
Werke aus dem 17. Jh. |
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St. Josef in Karersee
Das Josefskirchlein auf der "Moartalwiese" wurde im Jahre 1897 vom
"Verein für Alpenhotels" errichtet. In den Jahren vor dem I. Weltkrieg
fanden im Josefskirchlein während des Sommers täglich hl. Messen
statt. Die Verwaltung des "Grand Hotel Karersee" stellte dafür einen
eigenen Hotelkaplan ein. Im Jahre 1976 kaufte die Pfarre Welschnofen das
Kirchlein. Dieses wurde in der Folge gründlich restauriert und
vergrößert und bietet heute 200 Personen Platz. Die Einweihung
des erneuerten Kirchleins erfolgte am 18. Juni 1983 |
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König Laurin und der Rosengarten
In uralter Zeit, als es noch Riesen und Zwerge in den
Alpentälern gab, herrschte im Inneren des Berges,
den wir Rosengarten nennen, der Zwergenkönig Laurin. Er
besaß unermessliche Schätze, doch der
größte war eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar
machte.
Laurins Stolz war ein wunderschöner Garten vor
dem Tor seiner Felsenburg. Dort blühten das ganze Jahr
hindurch unzählige rote Rosen, die von einem goldenen
Seidenfaden umspannt waren. Wehe dem, der es wagte, den
Faden zu zerreißen und auch nur eine Rose zu
pflücken! Laurin drohte ihm die linke Hand und den rechten
Fuß abzuhacken. Eines Tages nun erblickte Laurin auf einer
Nachbarburg die wunderschöne, blonde Prinzessin Simhild. Er
verliebte sich in das Menschenkind und raubte sie mit Hilfe
seiner Tarnkappe.
Fortan lebte Simhild im Bergreich des
Königs, umgeben von Gold, Silber und Edelsteinen,
bedient und bewacht von zierlichen Edelfräulein und
Zwergenrittern. Doch Simhild blieb traurig, sie hatte
Heimweh nach dem Blumenanger ihrer Heimat.
Auf der Burg ihres
Bruders Dietlieb herrschte Trauer und Schrecken. Auf der Suche
nach der Schwester traf Dietlieb den Gotenkönig Dietrich
von Bern. Mit ihm und anderen Rittern machte er sich auf zum
Reich des König Laurin.
Dietrich staunte über die
Pracht der goldfarben umzäunten Rosen, doch seine
Begleiter zerrissen den Faden und zertrampelten die Rosen.
Zornig stürmte Laurin auf seinem weißen
Rösslein heran und verlangte Hand und Fuß des
Frevlers. Es kam zum ungleichen Kampf. Zunächst
konnte sich Laurin mit seiner Tarnkappe schützen. Als
sie ihm entrissen wurde, lag er hilflos am Boden und flehte
um sein Leben. Gefesselt mußte er die Sieger in sein
Reich führen, wo Simhild befreit wurde.
Laurin lud Dietrich und sein Gefolge zu einem Mahl ein. Als
alle gegessen und getrunken hatten, fielen auf einmal
tausend Zwerge blitzschnell über Dietrich und seine
Gefolgschaft her, wurden gefesselt und in den dunkelsten
Teil des Reiches gesperrt. Vor Wut über diese
heimtückische Tat zersprengte Dietrich aber mit
unheimlicher Kraft seine Fesseln und befreite seine
Männer. Anschließend brachen sie alle Türen
und Schlösser auf und fielen über die ahnungslosen
Zwerge Laurins her. Schließlich gelang es ihnen auch
noch, den Zwergenkönig gefangen zu nehmen. Die
Herrlichkeit des Zwergenreiches war zu Ende. Durch einen
Zauberspruch des gefesselten Königs war der Rosengarten
für immer erloschen: weder der helle Tag noch die
finstere Nacht sollten die Rosenpracht je wiedersehen. Nur
nackte, bleiche Felsen sollten bleiben. Doch Laurin hatte
vergessen, auch die Dämmerung zwischen Tag und Nacht
in seinen Bann einzubeziehen. Und so kommt es manchmal vor,
dass vor Sonnenuntergang die bleichen Berge leuchten und
glühen. Im Widerschein spiegelt sich das Schicksal
des Zwergenkönigs und seines Rosengarten. |
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Berühmte Gäste
Kaiserin Elisabeth von Österreich
Etwa ein Jahr vor ihrem Tod verbrachte sie ihren Urlaub im Grand Hotel Karersee, in den Südtiroler Dolomiten
und verzauberte damals die gesamte Dorfbevölkerung. Obwohl sie in Inkognito reiste, wurde sie erkannt
und schon bei ihrer Ankunft aufs Herzlichste begrüßt.
Sissi, wie sie jeder nannte, hatte sich als große Naturliebhaberin für jeden Tag ein eigenes Wanderprogramm
zusammenstellen lassen. Mit fast 60 Jahren (geboren im Dezember 1837) war sie nicht mehr die junge, sportliche
Monarchin von einst. Sie ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, täglich am Vormittag, am späten
Nachmittag und am Abend kurze Spaziergänge von etwa 1 - 1 ½ Stunden in den umliegenden Wäldern
und Wiesen rund um den sagenumwobenen Rosengarten zu machen.
Besonders beeindruckt hat sie das prächtige Farbenspiel des Karer Sees, in dem sich der Latemar und die
umliegenden Wälder spiegeln. Ihre Lieblingspromenade erhielt ihr zu Ehren den Namen "Elisabethpromenade",
auf deren Wegesrand ein Denkmal an den Besuch der Monarchin erinnert. Auch ihr Lieblingsaussichtspunkt unterm
Rosengarten, wurde in Gedenken "Kaiserstein" benannt.
Theodor Christomannos
Theodor Christomannos (1854 - 1911) wurde 1854 in Wien als Sohn einer dort ansässigen mazedonisch-griechischen Familie geboren.
Das Schicksal führte ihn nach Tirol. Er folgte seiner Mutter, die im Winter 1871 zu einem längeren
Kuraufenthalt in Gries in Bozen eintraf. In Bozen besuchte er das Gymnasium, in Innsbruck schloss er mit dem Studium
der Rechtswissenschaften ab. In Meran eröffnete er 1884 eine Rechtsanwaltskanzlei und 1905 wurde er sogar in
den Tiroler Landtag gewählt. 1890 gründete er den "Verein für Alpenhotels", der dann die meisten
großen Hotels in Tirol baute, u. a. auch das Grand Hotel Karersee. Sein eigentliches Lebenswerk war der Ausbau
der Dolomitenstraße von Welschnofen nach Cortina, der 1909 beendet wurde. Theodor Christomannos verstarb 1911.
Im Jahre 1912 wurde ihm im Rosengarten ein Bronzeadler zum Denkmal gesetzt. Im Latemar ist der 2800 m hohe
Christomannosturm nach ihm benannt.
Agatha Christie
Die weltbekannte englische Kriminalschriftstellerin Agatha Christie (1890 - 1976) verbrachte in der Zwischenkriegszeit
mehrere Wochen im Grand Hotel Karersee. Sie ließ die Handlungen in ihrem berühmten Roman "Die großen
Vier" (The big Four) teilweise im Karerseegebiet spielen. So verstecken sich die Räuber im Latemar-Labyrinth,
wo der Kriminalfall gelöst wird.
Karl May
Ein großer Freund und Bewunderer der herrlichen Bergwelt am Karer See war der bekannte Volks- und Reiseschriftsteller
Karl May (1842 - 1912). Mit seiner Frau Klara unternahm er 1902 zum ersten Mal eine Fahrt durch das Eggental und zum Karer See.
1911 traf er dort zu einem längeren Sommeraufenthalt ein. Aus den von Karl May in seinen Romanen beschriebenen Örtlichkeiten
lässt sich leicht ein Panorama zusammensetzen.
So liegt das imaginäre Land des Tschamikun, wohl Tschamintal (Org. Bd. 26) zwischen dem Mendel Pass, "Hasenpass" genannt, und dem Karer Pass ("Kurierpass").
Es gibt noch weitere Anspielungen auf einige mit dem Karer Pass zusammenhängende Ereignisse und Orte. Das Eggental und das Tschamintal haben Karl May sehr angeregt.
In den "Schluchten des Balkan" finden wir sie als "Tschamintal" und als das "Tal des Sackes".
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Tourismusverein Welschnofen-Karersee,
Karerseestraße 21, I-39056 Welschnofen, Tel. +39 0471 613 126
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